‘Getting Things Done.’ – Wie es nicht gemeint war.

Aus aktuellem Anlass hier meine zwei Löffel Senf zum Thema ‘Getting Things Done.’ (GTD). David Allen bringt mit Sicherheit einige sehr hilfreiche Ansätze, um nicht vorhandenes oder chaotisches Zeitmanagement in den Griff zu bekommen. Ansätze, keine Gesetze. Basierend auf Diskussionen in der letzten Zeit, hier ein paar Punke die vielleicht Verwirrung stiften.

To-do Listen

To-do Listen funktionieren nur, wenn man auch damit arbeitet. Zwei Wochen alte Aufgaben, die in der hintersten Ecke des Web 2.0 vor sich hin schimmeln, sind höchstens von dokumentarischem Wert. Selbiges gilt für triviale und offensichtliche Punkte, welche man beim Notieren schon abhaken könnte.

Das System

Welches System man auch wählt, es sollte vorallem benutzbar und sinnvoll sein. Von heute auf morgen ein sechsstufiges InBox-System aus dem Boden zu stampfen kann sinnvoll, aber auch übertrieben sein. Wenn Post-its, Notizzettel oder Moleskine bisher funktioniert haben, werden sie morgen sicher nicht damit aufhören. ‘Working by email-inbox’ ist KEIN sinnvolles System (zumindest nicht im Sinne von GTD). Ich kenne bisher niemanden, der wirklich effektiv und lückenlos (!) nach email-inbox arbeitet, auch wenn es sich manche Leute einbilden. Gegenbeweise gerne in den Kommentaren.

Projekte

Den Ansatz, Projekte bzw. Arbeitspakete einfach mit dem jeweiligen Stand und der nächsten Aktion festzuhalten, finde ich gut. Dies setzt jedoch eine gewisse Sorgfalt bei der Namensgebung voraus. “Wohnung”, “Konto” oder “DI1430″ sind keine sinnvollen Projektnamen und ziehen höchstwahrscheinlich Verwirrung nach sich.

Wöchentliche Übersicht

Auch eine gute Idee, die aber schon in der Grundschule auf taube Ohren gestoßen ist. Sich regelmäßig einen Überblick über die ‘Gesamtsituation’ zu verschaffen ist eine nützliche Methode, um vorallem in hektischen Wochen klaren Kopf zu bewahren. Dies setzt allerdings die Disziplin voraus, sich Woche für Woche gleichermaßen hinzusetzen, um sein System auf den letzten Stand zu bringen. Bei dreieinhalb Projekten, deren Istzustand auf einen Zettel passen, ist diese Technik sicherlich etwas überdimensioniert. Aber an solche Leute richtet sich GTD ja ohnehin nicht.

Ich betrachte mich nicht als Zen of Zeitmanagement. Ganz im Gegenteil: Die meisten Punkte betreffen mein eigenes Organisationssystem. Oben genanntes stellt nur meine Gedanken zu GTD dar, beeinflußt von den diversen Artikeln zum Thema. Wer das Vergnügen hat, GTD selbst zu lesen bzw. zu hören, wird sich ohnehin schnell eine ganz eigene Meinung zum Thema bilden.

This entry was posted on Sunday, November 18th, 2007 at 21:59 and is filed under Dieses & Jenes. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

One Response to “‘Getting Things Done.’ – Wie es nicht gemeint war.”

  1. Getting Things Done? Eine wilde Reise auf dem Weg zur Traumfigur. | Niklas' Schreiblockade

    18 May 2008 at 23:48 #

    [...] [ps. this is what tim says] [...]

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